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Sindal

Sindal ist eine „Stationsby“ (dän. Städtchen mit einem Bahnhof) zwischen Hjørring und Frederikshavn, das nördlich der Bahnlinie entstand, die 1871 in Vendsyssel gebaut wurde. Das ursprüngliche Sindal bestand aus einer Ansammlung von Bauernhöfen, die etwas weiter nördlich unweit der alten Kirche von Sindal aus dem 12. Jahrhundert lagen. Sindal liegt in einem Landwirtschaftsgebiet und ist von großen Wäldern umgeben: Tolne Skov, Slotved Skov und Børglum Klosterskov. Auch einige große Gutshöfe liegen hier: Baggesvogn, Bøgsted, Høgholt und Eskjær Hovedgaard.

Ein großer Teil des Gebietes war früher von Wald bedeckt, doch während des Mittelalters wurde die landwirtschaftlich nutzbare Fläche nach und nach erweitert. Das war die Voraussetzung dafür, dass die Güter des Adels ihre Ökonomie auf den Ankauf, die Mast und den Weiterverkauf von Ochsen stützen konnten. Vor der Flurbereinigung lagen die Höfe in Dörfern, umgeben von den Äckern und Weiden. Die Art und Weise, wie die einzelnen Höfe den Boden zwischen sich aufgeteilt hatten, gibt einen Hinweis auf das Alter des Dorfes. Die unregelmäßige Verteilung in Sindal deutet darauf hin, dass das Dorf noch vor der Wikingerzeit (ca. 800 – 1100 n. Chr.) entstanden ist. Während des Mittelalters waren die Höfe im Besitz von Adligen. Die Bauern waren Zinsbauern, die dem Adelsherrn gegenüber abgabenpflichtig waren und Frondienste leisten mussten. Angebaut wurden Roggen, Gerste, Hafer, Buchweizen und Flachs. 1797 wurde das Dorf Sindal flurbereinigt. Die Höfe wurden aus dem Dorf auf das freie Feld verlegt, und jeder Hof bekam ein Stück Land an vier verschiedenen Stellen: eine Ackerparzelle, eine Heideparzelle, eine Wiesenparzelle und eine Moorparzelle.  

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Heide- und Moorparzellen verkauft, dort entstanden Kleinbauernhöfe, so genannte „Häuslerstellen“.

Die Landwirtschaft bildet seit je die Existenzgrundlage von Sindal. Davon zeugt das Wahrzeichen des Ortes, die Mühle von Sindal. Die Mühle ist der älteste Gewerbebau des Ortes, eine gemauerte Holländermühle. Die bekannteste Mühle in diesem Stil in Dänemark ist die Dybbøl Mølle in Südjütland. Die Mühle in Sindal wurde umfassend restauriert und soll in Zukunft für kulturelle und künstlerische Zwecke genutzt werden. Der Kaufmannsladen ”Sindal Købmandshandel” war eines der ersten Geschäfte des Ortes. Hier bediente man Kunden aus Stadt und Land, die noch bis nach dem Krieg mit Pferdefuhrwerken vorgefahren kamen. Das Sortiment war vielseitig: Lebens- und Genussmittel (damals nannte man das „Kolonialwaren“), Häute und Leder, Getreide, Futterstoffe, Düngemittel, Kohle, Koks, Öl, Eisenwaren, Zement und Holz.

Heute noch erhalten sind der alte Pferdestall und eins der Packhäuser – Gøgsigs Pakhus“ – aus der Zeit um 1900. Der Pferdestall dient heute als Kulturhaus, im Packhaus befinden sich auf drei Etagen Ausstellungsräume sowie ein Café. Hier findet jeden Sommer einen Monat lang die Pakhus-Ausstellung statt.

In der Periode vom Bau der Bahnlinie bis in die Nachkriegszeit wuchs der Ort, es entstanden Molkereigenossenschaft, Konsum, Geldinstitute, Schulen, Altersheim, Missionshaus, Baptistenkirche und eine neue Pfarrkirche. Heute setzt Sindal auf ein aktives Freizeitmilieu mit Sportanlagen, Vereinsleben und Kultur – eine Folge der Tatsache, dass etwa die Hälfte der berufstätigen Bevölkerung anderswo arbeitet. Das Sindal Udviklingscenter ist ein Entwicklungs- und Servicezentrum für Bürger, Unternehmen, Vereine und Touristen in Sindal und Umgebung. Zu den Aufgaben des Centers gehören:

  • Unterstützung der örtlichen Vereine bei vereinsübergreifender Entwicklung und Zusammenarbeit und bei der Zusammenarbeit mit freiwilligen Vereinen und der Kommune
  • Hilfe bei Projektbeschreibungen und Projektanträgen
  • Information über die Kommune und lokale Veranstaltungen.