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Løkken

Løkken ist die erste Ortschaft weit draußen am Meer. Seit 1678, als die ersten Häuser bei Furreby Løkke entstanden, bis heute ist das Meer von großer Bedeutung für den Ort. Das gilt für den Küstenschiffshandel, die Küstenfischerei und den Fremdenverkehr.

Seit ältesten Zeiten bestanden Handelsbeziehungen zwischen Südnorwegen, Vendsyssel und Thy, denn der Austausch von Waren ging über das Skagerrak am einfachsten und schnellsten. Die Zeit von 1600–1900 war die Blütezeit des Küstenschiffshandels.

Zu einem Zeitpunkt hatten 16 Schiffe ihren Heimathafen im Zollbezirk Løkken, der sich von Løkken bis zum Limfjord erstreckte. In der Zeit des Küstenschiffshandels exportierte Dänemark Getreide, Fleisch und Butter nach Norwegen und führte Holz und Eisenwaren aus Norwegen ein. Anfangs war Løkken nur ein Ladeplatz, an dem die Bauern selbst ihre Waren feilboten. Später wurde dieser Handel von Kaufleuten übernommen, die in der Nähe wohnten und in Handelshöfe und Schiffe investierten.

Auch in Blokhus und Lønstrup gab es Ladeplätze, doch der in Løkken war am größten. Die Kaufleute errichteten große Handelshöfe und mehrstöckige Packhäuser, kauften Waren auf den umliegenden Höfen und transportierten sie mit Pferdefuhrwerken zum Ladeplatz. Die bäuchigen Lastensegler konnten nicht direkt bis an den Strand

gelangen, sondern mussten vor den Sandbänken Anker werfen. Daher mussten die Waren auf flache Prahme umgeladen und zu den Schiffen hinausgerudert werden. Gleiches war nötig, wenn die Segler mit Holz aus Norwegen zurückkehrten. In Norwegen dagegen konnten die Schiffe in Häfen anlegen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Küstenschiffshandel an Bedeutung, und um 1900 wurden die Handelshöfe für andere Zwecke umgebaut. Aus Løkken war nun ein Fischerdorf geworden, das von der Küstenfischerei lebte – bis nach dem 2. Weltkrieg der Haupterwerbszweig des Ortes.

1950 gab es 25 registrierte Kutter sowie eine unbekannte Anzahl kleinerer Boote in Løkken. Hiernach ging die Zahl der Boote zurück, bis die Fischerei Mitte der 70er Jahre fast gänzlich aufhörte. Um das Jahr 1900 herum betrieb man in Løkken eine differenzierte Fischerei, sowohl was die Fangmethoden als auch was die Fischarten betraf. Aufbewahrt wurden die Fische in Eishäusern. Problematisch für die Fischerei war, dass die Fänge mit Pferdefuhrwerken zur nächstgelegenen Eisenbahnstation transportiert werden mussten. Das änderte sich erst, als Løkken 1913 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde.

Um 1900 herum lösten Decksboote mit Motor die kleinen, offenen Fischerjollen ab. Zwar wurden die Boote nach und nach größer, waren aber nicht dafür konstruiert, mehrere Tage auf See zu bleiben. Sie mussten jeden Abend an Land gezogen und am nächsten Morgen wieder ins Wasser geschoben werden – eine Arbeit, die bis ca. 1960 mit Muskelkraft vor sich ging. 1915 ließ sich der erste Fischexporteur in Løkken nieder, und 1941 wurde eine Fischauktion gegründet. Nach dem Krieg war die Küstenfischerei nach wie vor ein einträgliches Geschäft in Løkken, und in den 50er und 60er Jahren setzte sich der Fischereiverband nachdrücklich für den Bau eines Hafens ein. Diese Pläne musste man jedoch aufgeben, und in den folgenden Jahren verlor die Küstenfischerei immer mehr an Bedeutung.

In den 20er Jahren war Løkken zu einem Ort geworden, der alles bot, was Kleinstädte damals zu bieten hatten. Man konnte sich durchaus mit einem Provinzstädtchen messen. Der Ort hatte die Fischerei und war gleichzeitig Dienstleistungszentrum für ein großes, landwirtschaftlich geprägtes Umland. Nicht zu vergessen den sommerlichen Fremdenverkehr und die Tagesgäste, die an schönen Sommersonntagen in Scharen herbeiströmten. Die festen Gäste wohnten anfangs entweder in den Hotels und Pensionen oder kamen privat unter. Nach und nach wurden immer mehr Sommerhäuser gebaut.

1927 wurde der Fremdenverkehrsverein gegründet, und nun ging es mit der Vermarktung von Løkken als Ferienort rasch voran. Bereits Anfang der 30er Jahre waren die Badehäuschen sehr beliebt geworden. Sie repräsentierten eine neue Strandkultur. Erstens gehörten sie den Einheimischen, und zweitens wurden sie zur Basis für die Strandbesuche der Familie. Mitte der 30er Jahre war es notwendig geworden, Richtlinien für die Badehäuschen aufzustellen: Übernachten war nicht gestattet, die Häuschen mussten weiß sein und in einer Reihe stehen. Und so ist es in „Løkkens weißer Stadt“ bis auf den heutigen Tag.

Auch normale Lohnempfänger hatten inzwischen Urlaub, manch einer konnte sich sogar ein Auto leisten, und bereits in den 30er Jahren bekam Løkken eine Jugendherberge und Zeltplätze. Mitte der 40er Jahre eröffnete der erste Campingplatz, und in den folgenden beiden Jahrzehnten kamen viele weitere hinzu. Viele sind heute wieder verschwunden, stattdessen baut man Eigentumswohnungen oder Eigentums-Freizeitwohnungen mit einer Reihe gemeinsamer Einrichtungen, die die Fremdenverkehrssaison verlängern.

Heute bietet Løkken zahlreiche Einrichtungen; etliche davon verdankt man den vielen „Fremdenverkehrskronen“. Der Ort har ein reges Geschäfts- und Handelsleben, hinzu kommt ein aktives Nachtleben, von dem die vielen Restaurants, Cafés, Bars, Diskotheken, Mikrobrauerei u.a. profitieren. Løkken verfügt über Schule, Kindergarten, Bibliothek, Museen, Seniorenbetreuungszentrum, eine große Sport- und Schwimmhalle, Stadion und Sportstätten – beispielsweise eine Tennisanlage sowie eine Bowling- und Gokartbahn u. a. im Løkken Action House. Alles in allem: Løkken hat all das, was sich ein Städter wünschen kann. Deshalb ist Løkken auch bei Pendlern aus Aalborg und Hjørring beliebt, die dafür und für die Nähe zum Strand und zur Nordsee gern etwas mehr bezahlen.